Ein Lebenszeichen…

Wir sind drin. Seit dem 20. November. In der Zwischenzeit ist viel passiert, was man unter anderem daran merkt, dass ich nicht mehr zum Baublog-Schreiben gekommen bin. Wer denkt, mit der Hausübergabe sei alles überstanden, der irrt. Denn jetzt fängt die Arbeit erst richtig an.

Ich hatte drei Wochen Urlaub und bin davon ausgegangen, dass ich in der Zeit alles mit Malervlies tapezieren und streichen könne. Pustekuchen. Zum Einzug war gerade mal ein Raum komplett fertig. Viel, viel Arbeit! Für die Wandfarbe haben wir glücklicherweise auf hochwertige Qualität gesetzt und uns für Caparol Indeko-Plus entschieden. Und unseren Boden ziert nun echtes Eichenparkett. Laut Verkäufer kann das 100 Jahre alt werden. Caparol Indeko Plus (Bild)

Unserer Tochter gefällt das auch!

Bodensee vorn (Bild)Bodensee hinten (Bild)
Leider hat es mit dem Außenputz nicht mehr hingehauen. Wir hatten einen langen, relativ warmen Herbst. (Unter 5°C darf der Putz nicht mehr angebracht werden.) Fa. Pulvermacher versprach uns ständig neue Termine, wann es denn los ginge. Nichts geschah. Erst als die Temperaturen in den Keller sackten, wollten sie unbedingt. Herr Pulvermacher sprach noch von speziellen Zusätzen für kaltes Wetter und überhaupt könne man durchaus auch unter 5°C verputzen (warum habe ich vergessen). Erst mein Anruf beim technischen Berater von BASF für Heck Multitherm-Systeme brachte endlich Klarheit: Unter 5°C darf definitiv nicht verputzt werden! Wegen der thermischen Entkoppelung durch die Außendämmung bekomme der Putz nichts von der Hauswärme ab und Zusätze für Niedrigtemperaturen gebe es für das System nicht. Seitdem ist Ruhe im Karton.

Einige Dinge liefen auch wie am Schnürchen in der letzten Zeit. So hat die Telekom unseren Anschluss pünktlich und komplikationslos umgeschaltet. Wir waren nicht einen Tag ohne Telefon und Internet. Und das obwohl wir schon seit Jahren bei der Konkurrenz unter Vertrag stehen (und auch bleiben).

Großes Lob muss ich auch der Firma KüchenAktuell aussprechen. Wir haben eine Küche zum Schnäppchenpreis erhalten (ein Verkäufer bei INNOVA sollte uns genau die Küche nachbauen – er kam nicht annähernd an den KA-Preis ran). Der Einbau erfolgte pünktlich und ohne Beanstandung. Eine zu kurz gelieferte Leiste wurde nachbestellt und ein Termin für den Einbau telefonisch und schriftlich mitgeteilt. Außerdem erhielten wir einen Tag nach dem Einbau einen Anruf und wurden zu unserer Zufriedenheit befragt. Besser geht es nicht.Küchen (Bild)Als alte Gas-Freaks kochen wir nun auf Induktion – und sind wahrhaft beeindruckt! Unser 3000W Wasserkocher ist deutlich langsamer und die Hitze ist da und weg, kaum dass wir den Regler betätigen! Klasse.

Natürlich tun sich auch nach Hausübergabe noch ein paar Mängel auf, die vorher nicht aufgefallen sind. So bemerkten die Parkettleger, dass die Fussbodenheizung nur die Hälfte unseres Wohnzimmers heizt. Und auch der Küchenboden bleibt kalt. Die Sanitärfirma Tauchert stellte fest, dass ein Stellmotor im Heizkreisverteiler offenbar defekt ist. Außerdem führt ein Kabel zu einem Stellmotor keinen Strom. Der Elektriker Herr Gr. muss also mal wieder ran. Seit drei Wochen weiß er Bescheid. Am Montag hat er nun versprochen zu kommen. Ärgerlich ist auch folgender Murks der Fa. Tauchert, die die Waschbeckenposition im Gäste-WC falsch bemessen haben. Damit müssen wir jetzt wohl leben:Tür trifft Waschbecken (Bild)Skeptisch bin ich auch bezüglich der LUNOS-Lüftung. Soviel zum Thema Wärmebrücke:LUNOS Wärmebrücke (Bild)Bei Kälte zieht es unangenehm rein. Zum Schließen nimmt man die Klappe ab und steckt sie umgedreht wieder drauf – schwierig wenn ein Schrank drunter steht und das Ding in 2,40m Höhe prangt. Außerdem sind die Lüfter aufdringlich laut und lassen sich nicht manuell abstellen.

Wir leben aktuell im absoluten Chaos. Umzugskartons stapeln sich noch meterweise. Fast alle Wände sind weniger als halbfertig. Von draußen schleppen wir täglich kiloweise Sand mit den Schuhen rein. Ein Ende ist nicht in Sicht. Trotzdem sind wir viel entspannter. Denn bei allem, was jetzt vorangeht, bestimmen wir das Tempo. Es gibt keine Deadlines mehr, bis zu denen wir etwas organisiert haben müssen. Die Wege zu Schule und (Wald-)Kindergarten sind mal eben 25km kürzer. Und meinen Arbeitsweg (mal eben 20km länger) fahre ich, wie ich es mir vorgenommen hatte, mit dem Fahrrad – und das entspannt mich auch! Es gibt nichts besseres als sich den Stress abzustrampeln.

Die Türen sind da…

HS-Solid und wir haben mächtig Glück gehabt! Trotz unseres regelwidrigen und bauzeitgefährdenden Verhaltens sind – drei Tage vor Ende der offiziellen Bauzeit! – die Innentüren geliefert und eingebaut worden. Nun steht den Türzargen-abhängigen Gewerken nichts mehr im Wege: Die Sanitärfirma kann nun die Kloschüsseln gefahrlos hineintragen und befestigen. Und vielleicht hat auch der Außenputzer nur noch auf die Innentüren gewartet? Als Laie macht man sich gar nicht so klar, wie das alles so zusammenhängt.Türzargen (Bild)Innentüren (Bild)Ansonsten ist der Fliesenleger schon fleißig gewesen. Leider hat er sich nicht an meine Zeichnungen gehalten und dann doch Kreuzfuge verlegt, wo Drittelverband sein sollte. Ich frage mich, wozu ich bis tief in die Nacht Entwürfe zeichne, wenn dann doch keiner drauf guckt? Am Ende gefiel mir die Kreuzfuge am Waschbeckenkasten dann selbst besser. So gesehen ist der Schaden begrenzt. Morgen will ich mit der Firma Dietz noch einmal in Verhandlung treten. Ich habe mittlerweile ein erstes Gegenangebot für die restlichen zu fliesenden Bereiche vorliegen (Diele, Flur, HWR, Wand Gäste-WC). Mal gucken, ob wir uns noch auf einen vernünftigen Preis einigen können. Denn die Arbeit des Fliesenlegers sieht bis jetzt ordentlich aus und ich finde, wir können das gerne fortsetzen.Fliesen im Bad OG (Bild)Fliesen Badewanne (Bild)Ja, wir haben mittlerweile eine Badewanne! Und eine Duschtasse im Gäste-WC gibt es auch schon:Duschtasse (Bild)Laut Bauleiter S. soll in etwa drei Wochen die Hausübergabe erfolgen. Nun, die Town & Country Bauzeitgarantie hat HS-Solid dann zwar nicht eingehalten (Dafür wären noch drei Tage Zeit). Aber in Anbetracht des schleppenden Beginns wäre das dann durchaus noch zufriedenstellend. Wir sind gespannt…

Das Estrich-Aufheizprogramm hat bei uns übrigens nur zwei Wochen gedauert (16.9.-30.9.). Mir kommt das ein wenig kurz vor. Ich werde das mit unserem Baubetreuer besprechen.

In der Zielgeraden…

Wir befinden uns so allmählich auf den letzten Metern. Allmählich – das heißt: Eigentlich tut sich im und am Haus nicht so wahnsinnig viel und trotzdem gibt es eine Menge zu tun.

Das Aufheizprogramm für den Estrich läuft noch und der Elektriker ist immer wieder zugange (aber noch lange nicht fertig). Zwischenzeitlich hat er unser Haus ans Stromnetz angeschlossen. Dabei hat er den Baustrom unserer zukünftigen Hinterlieger abgeklemmt, weil die angeblich nicht gleichzeitig noch an unserer Hausanschluss-Säule angeklemmt bleiben können. So ganz habe ich nicht verstanden, wo das Problem liegt. Nur leider hat das für Verstimmungen mit den Hinterliegern geführt, die deswegen einen Baustopp hatten. Was niemals unsere Absicht war.

Mit der Telekom gibt es ein Problem, da der Straßen-Anschlusspunkt auf der anderen Seite der Baustrassen-Überfahrt liegt. Also kommen wir da erst ran, wenn der Hinterlieger fertig mit dem Bauen ist. Bei dem steht bis jetzt das Erdgeschoß. Wir werden wohl erstmal ohne Telefon-Anschluss einziehen müssen! Bin gespannt, was 1&1 dazu sagt, mit denen ich noch weitere 12 Monate Vertragsbindung habe…

Firma Pulvermacher hat uns immerhin schon zugesagt, dass wir in der Warteliste für Dämmung und Außenputz schon ganz weit vorne liegen, so dass dies noch im Oktober erfolgen kann. Später geht dann auch nicht mehr.

Die größte Herausforderung im ganzen Hausbau haben wir nun auch hinter uns gebracht: die Qual der Fliesenwahl. (Fast) nichts war schwieriger während der gesamten Bauphase. Am Ende war es soweit, dass der Fliesenleger (Firma Dietz) am 17.9. ankündigte, sie würden am 25.9. beginnen. Dumm nur, dass wir noch gar keine Fliesen bestellt hatten! Immerhin hatten wir schon eine engere Auswahl, wobei unsere Favoriten viel zu teuer waren. Diese stammten vom Fliesen-Zentrum Berlin, mit denen ich unter Zeitdruck in die Verhandlung ging. Es gelang mir, den Verkäufer um gut 1000€ im Preis zu drücken. Ich schwärmte ihm von einer imaginären Baumarktfliese vor, die fast genauso schön sei, aber sooooo viel billiger… – Was da auf einmal möglich wurde, hat mich dann selbst erstaunt. Und das Beste war: Die Fliesen waren bis auf das Brick-Mosaik auf Lager und konnten innerhalb eines Tages geliefert werden!

Firma Dietz haben wir jetzt nur mit dem Minimalprogramm beauftragt. Eigentlich wollten wir Bad, Gäste-WC (Boden und Wand), Küche und Flur (jeweils nur Boden) von denen machen lassen. Aber 2560€ Arbeitskosten waren mir dann doch zu viel (also noch ohne Fliesen!). Für die Town&Country Standardleistung werden 690€ gegengerechnet (was den Fliesenpreis von 20€/qm wohl schon enthält!). Diese Woche kamen dann noch mal 300€ Aufpreis für Edelstahlleisten statt Plastik als Kantenschutz im Bad hinzu! Bei Selbstbesorgung der Leisten verlangen sie immer noch 133€ Aufpreis – wobei sich mir kein wirklich relevanter Mehraufwand erschließt. Für das Verlegen von “Fremdware” müssen wir eh schon 250€ Aufpreis zahlen. “Fremdware” heißt, dass wir die Fliesen nicht beim Kooperationspartner Raab-Karcher, sondern sonstwo gekauft haben. Ein Verkäufer in einem Fliesengeschäft sagte uns unter der Hand, dass die Fliesenleger üblicherweise eine saftige Provision von den Fliesengeschäften erhalten – klar, wer die mitbezahlen darf! Als Bauherr fühlt man sich wieder einmal wie ein wandelnder Geldsack für alle…

Nebenbei arbeiten wir an unserem 10qm-Geräte-Häuschen. Wer glaubt, mit einem Tausender Anschaffungskosten für das Häuschen sei es getan, irrt gewaltig: Für ein einfaches Plattenfundament (64 Betonplatten + 2t RCT-Schotter + Sand + Miete für “Robben & Wientjes”-Pritschenwagen), Holzschutz und Lasur, sowie zwei Rollen Dachpappe muss man locker nochmal 500€ zusätzlich berappen. Geld, Geld, Geld…
Fundament Gerätehaus (Bild)Der Verlegeboden (Sand) für das Plattenfundament. Sieht einfach aus, war aber schon eine Menge Arbeit!

Viele “gute” Nachrichten… (Heizung verlegt und anderes)

Man soll ja Baublog nicht schreiben, wenn die Emotionen noch in Wallung sind. Das ist zumindest meine Erfahrung. Heute halte ich mich nicht daran, versuche aber bei den Fakten zu bleiben.

Letzte Woche ist wieder viel passiert. Der Fussbodenaufbau hat begonnen. Leider keine mineralische Dämmung, sondern so ein Styroporzeugs [Edit 03.09.13: Schaumpolystyrol]. Ist wahrscheinlich billig. Heute wurde dann die Fussbodenheizung verlegt:
Fussbodenheizung (Bild)So weit erstmal gut. Nur leider wurde die Fussbodenheizung auch unter der Dusche, unter der Badewanne und unter der Küchenzeile verlegt. Völliger Blödsinn und Energieverschwendung obendrein! Der Mitarbeiter der Fa. Tauchert hatte mir letzte Woche erklärt, dass der Chef sie angewiesen habe überall Fussbodenheizung zu verlegen – egal was der Bauherr sagt! Es habe zuviel Beanstandungen von Bauherrn gegeben, so dass sie jetzt auf keine Wünsche mehr eingingen. Einzig im HWR sei es mir freigestellt, auf die Fussbodenheizung zu verzichten. Das war dann auch mein Wunsch! Wozu auch eine Heizung im HWR? Leider stellte ich heute abend bei der Besichtigung fest, dass die Mitarbeiter der Fa. Tauchert sich nicht an die Absprachen gehalten haben. Nun werden zukünftig auch die Getränkekisten im HWR von unten beheizt. Super! Da morgen der Estrich gegossen wird, ist keine Zeit mehr für Änderungen.

Dann gab es noch eine weitere “gute” Nachricht, diesmal aus der Zentrale von HS-Solid: Bei der Bemusterung hatten wir in einem kurzem Blackout Buchentüren ausgewählt. Die passen nun weder zu unserer Küche noch zum geplanten Fussbodenbelag. Also fragte ich bei HS-Solid an, ob wir die Türen noch in weiß ändern können. Die zuständige Dame Frau B. (kannte ich noch nicht) rief mich darauf zurück. Es gebe eine gute Nachricht. Der Tür-Hersteller sei bereit, die Bestellung zu ändern. Für uns würden dadurch keine (!) Mehrkosten entstehen. Nur leider würde sich dadurch die Bauzeit um zwei Wochen verlängern. Moment mal! Man erinnere sich: Nach Ende der vertraglichen Bauzeit muss HS-Solid eine Vertragsstrafe von 50€ pro Werktag zahlen. Heute sind es noch 1 Monat und 9 Tage Bauzeit. Morgen wird der Estrich gegossen. Der Bauleiter schätzte Ende letzter Woche noch 8 Wochen bis zur Übergabe. Was für ein Glück und welch unverhoffter Zufall für HS-Solid, dass die Bauzeitverlängerung ausgerechnet diesen Zeitraum abdeckt.

Ach und dann hat der Bauleiter uns noch mitgeteilt, dass Außenputz und Dämmung leider erst nach der Übergabe gemacht werden, da es in diesem Bereich erneut zu erheblichen Verzögerungen kommt. Macht ja auch Fa. Pulvermacher, die den Rohbau schon um Wochen verzögert haben aufgrund des hohen Auftragsvolumens. Soviel ich weiß darf der Außenputz nur bei Temperaturen dauerhaft oberhalb 5°C aufgetragen werden. In 8 Wochen ist es Ende Oktober. Die Klimadaten von Wetteronline lassen nichts Gutes hoffen

So, war mein Bericht nun angemessen und nüchtern genug? Ich habe mir wirklich Mühe gegeben! Jetzt suche ich mir erstmal einen Box-Sack und dann gehe ich Schreien in den Wald und dann noch ein Stück hartes Leder zum drauf Rumkauen. Arghhh!