Ein Lebenszeichen…

Wir sind drin. Seit dem 20. November. In der Zwischenzeit ist viel passiert, was man unter anderem daran merkt, dass ich nicht mehr zum Baublog-Schreiben gekommen bin. Wer denkt, mit der Hausübergabe sei alles überstanden, der irrt. Denn jetzt fängt die Arbeit erst richtig an.

Ich hatte drei Wochen Urlaub und bin davon ausgegangen, dass ich in der Zeit alles mit Malervlies tapezieren und streichen könne. Pustekuchen. Zum Einzug war gerade mal ein Raum komplett fertig. Viel, viel Arbeit! Für die Wandfarbe haben wir glücklicherweise auf hochwertige Qualität gesetzt und uns für Caparol Indeko-Plus entschieden. Und unseren Boden ziert nun echtes Eichenparkett. Laut Verkäufer kann das 100 Jahre alt werden. Caparol Indeko Plus (Bild)

Unserer Tochter gefällt das auch!

Bodensee vorn (Bild)Bodensee hinten (Bild)
Leider hat es mit dem Außenputz nicht mehr hingehauen. Wir hatten einen langen, relativ warmen Herbst. (Unter 5°C darf der Putz nicht mehr angebracht werden.) Fa. Pulvermacher versprach uns ständig neue Termine, wann es denn los ginge. Nichts geschah. Erst als die Temperaturen in den Keller sackten, wollten sie unbedingt. Herr Pulvermacher sprach noch von speziellen Zusätzen für kaltes Wetter und überhaupt könne man durchaus auch unter 5°C verputzen (warum habe ich vergessen). Erst mein Anruf beim technischen Berater von BASF für Heck Multitherm-Systeme brachte endlich Klarheit: Unter 5°C darf definitiv nicht verputzt werden! Wegen der thermischen Entkoppelung durch die Außendämmung bekomme der Putz nichts von der Hauswärme ab und Zusätze für Niedrigtemperaturen gebe es für das System nicht. Seitdem ist Ruhe im Karton.

Einige Dinge liefen auch wie am Schnürchen in der letzten Zeit. So hat die Telekom unseren Anschluss pünktlich und komplikationslos umgeschaltet. Wir waren nicht einen Tag ohne Telefon und Internet. Und das obwohl wir schon seit Jahren bei der Konkurrenz unter Vertrag stehen (und auch bleiben).

Großes Lob muss ich auch der Firma KüchenAktuell aussprechen. Wir haben eine Küche zum Schnäppchenpreis erhalten (ein Verkäufer bei INNOVA sollte uns genau die Küche nachbauen – er kam nicht annähernd an den KA-Preis ran). Der Einbau erfolgte pünktlich und ohne Beanstandung. Eine zu kurz gelieferte Leiste wurde nachbestellt und ein Termin für den Einbau telefonisch und schriftlich mitgeteilt. Außerdem erhielten wir einen Tag nach dem Einbau einen Anruf und wurden zu unserer Zufriedenheit befragt. Besser geht es nicht.Küchen (Bild)Als alte Gas-Freaks kochen wir nun auf Induktion – und sind wahrhaft beeindruckt! Unser 3000W Wasserkocher ist deutlich langsamer und die Hitze ist da und weg, kaum dass wir den Regler betätigen! Klasse.

Natürlich tun sich auch nach Hausübergabe noch ein paar Mängel auf, die vorher nicht aufgefallen sind. So bemerkten die Parkettleger, dass die Fussbodenheizung nur die Hälfte unseres Wohnzimmers heizt. Und auch der Küchenboden bleibt kalt. Die Sanitärfirma Tauchert stellte fest, dass ein Stellmotor im Heizkreisverteiler offenbar defekt ist. Außerdem führt ein Kabel zu einem Stellmotor keinen Strom. Der Elektriker Herr Gr. muss also mal wieder ran. Seit drei Wochen weiß er Bescheid. Am Montag hat er nun versprochen zu kommen. Ärgerlich ist auch folgender Murks der Fa. Tauchert, die die Waschbeckenposition im Gäste-WC falsch bemessen haben. Damit müssen wir jetzt wohl leben:Tür trifft Waschbecken (Bild)Skeptisch bin ich auch bezüglich der LUNOS-Lüftung. Soviel zum Thema Wärmebrücke:LUNOS Wärmebrücke (Bild)Bei Kälte zieht es unangenehm rein. Zum Schließen nimmt man die Klappe ab und steckt sie umgedreht wieder drauf – schwierig wenn ein Schrank drunter steht und das Ding in 2,40m Höhe prangt. Außerdem sind die Lüfter aufdringlich laut und lassen sich nicht manuell abstellen.

Wir leben aktuell im absoluten Chaos. Umzugskartons stapeln sich noch meterweise. Fast alle Wände sind weniger als halbfertig. Von draußen schleppen wir täglich kiloweise Sand mit den Schuhen rein. Ein Ende ist nicht in Sicht. Trotzdem sind wir viel entspannter. Denn bei allem, was jetzt vorangeht, bestimmen wir das Tempo. Es gibt keine Deadlines mehr, bis zu denen wir etwas organisiert haben müssen. Die Wege zu Schule und (Wald-)Kindergarten sind mal eben 25km kürzer. Und meinen Arbeitsweg (mal eben 20km länger) fahre ich, wie ich es mir vorgenommen hatte, mit dem Fahrrad – und das entspannt mich auch! Es gibt nichts besseres als sich den Stress abzustrampeln.

Blower-Door-Test Nr. 2 und Hausübergabe

Nachdem wir den ersten Blower-Door-Test (BDT) nicht bestanden haben, wurde unter anderem an den Rohr-Durchgängen am Dach nachgearbeitet. Beim 2. BDT-Termin am 22.10.2013 fielen wir erneut mit fast den selben Werten durch. Die Korrektur-Maßnahmen hatten also nichts bewirkt. Zu unserer Überraschung klebte der VQC-Mann dann die LUNOS-Lüftungsanlage ab, machte erneut eine Messung und erklärte daraufhin den BDT mit einem Wert von 1,17 für bestanden! Der erste “Typ A”-Test sei der Test unter Realbedingungen und der zweite “Typ B”-Test ein Test nach Abkleben der gewollten Undichtigkeiten. Da an allen vom Dach runterführenden Verkofferungen der Rohrleitungen starke Luftströme zu messen waren, müsse HS-Solid jedoch trotz bestandenem Test nacharbeiten. Einen weiteren BDT werde es nicht geben. Man denke nun über den VQC, was man wolle. Ich kontaktierte daraufhin den Bauleiter, um ihm mitzuteilen, dass eine erfolgreiche Übergabe am Mittwoch für uns in Frage steht. Er meinte nur, wenn der BDT bestanden sei, stehe der Übergabe nichts im Wege. Wie froh war ich, dass wir beim BDT dabei waren (Als Town & Country-Bauherr erhält man bei der Übergabe nur das Zertifikat, dass der BDT bestanden ist. Prüfprotokolle werden nicht (!) ausgehändigt). So konnte ich ihn mit den Aussagen des VQC-Prüfers konfrontieren. Am Do, 24.10.2013, erfolgte somit eine erneute Öffnung des Daches an den ausgehenden Rohrleitungen. Es wurden noch ein paar Undichtigkeiten gefunden. Diese wurden unter Aufsicht unseres Baubetreuers erneut verklebt und eingeschäumt. Wir hoffen, das war’s dann. Jedem Town & Country-Bauherrn ist dringend zu empfehlen, bei den VQC-Begehungen anwesend zu sein! Nur so bekommt man je was über festgestellte Beanstandungen mit. Und man sollte bedenken, dass der VQC einem seiner wichtigsten Kunden in jedem Fall loyal sein wird.

Am Freitag, 25.10.2013, war schließlich Hausübergabe. Damit vergingen von der Einmessung (entspricht Baubeginn) bis zur Übergabe 6 Monate und 20 Tage. Wer jedoch glaubt, dass mit der Hausübergabe auch die Fertigstellung gemeint ist, irrt gewaltig: Noch am Mittwoch, 23.10.2013, erstellte ich bis tief in die Nacht hinein eine 5-seitige Mängelliste. Obwohl die fünf Seiten auch durch viele Fotos bedingt waren, war ich dennoch erschrocken, wie viel am Haus noch im Argen liegt. Am wichtigsten: Wir haben trotz mildem Wetters noch immer keinen Außenputz (+5°C notwendig). Warmwasser wurde erst diese Woche aktiviert. Die Außendämmung wurde begonnen, jedoch hat sich seit dem Tag der Hausübergabe niemand mehr blicken lassen. Für Löcher im Putz, die ich vor den Malerarbeiten noch verspachtele, und unsauber gearbeitete Ecken zahlt HS-Solid 150€ Ausgleich. Außerdem soll noch ein Fensterputzer kommen. Für alle weiteren Arbeiten gilt eine Frist bis Ende November. Bauleiter Herr S. zierte sich mit einer Fristenregelung im Übergabeprotokoll. Da man ohne Frist nicht mahnen kann, sollte das aber immer drin sein! Bei erfolgloser Mahnung lassen sich Arbeiten extern vergeben und HS-Solid muss zahlen.

Als wir wegen des zur Hausübergabe fehlenden Warmwassers uns die Vertragsstrafe vorbehalten wollten, strich uns Bauleiter S. doch glatt die vertraglich ausgeschlossenen 8 Wochen Estrich-Trocknungszeit auf’s Brot: HS-Solid liege somit noch voll in der Town & Country-Bauzeitgarantie. Moment mal! Herr Krywald, Geschäftsführer der HS-Solid hatte uns noch in einem Krisengespräch Ende Mai versichert, die 8 Wochen Trocknungszeit würden garantiert nicht (!) auf die Bauzeit aufgerechnet. Der Estrich könne nach 3 Tagen betreten werden und die Bauzeit ticke exakt sechs Monate ab Beginn der Einmessung! Als Bauherr fühlt man sich ein weiteres Mal verarscht. Die Vertragsstrafe scheint nicht mehr wert, als das Papier auf dem sie geschrieben steht.

Warum wir trotz allem die Übergabe gemacht haben? Nun, wir können endlich anfangen zu malern. Denn bis 30.11. muss das Haus innen gestrichen, die Böden verlegt und unsere alte Wohnung renoviert sein. Da das Malern vor Übergabe vertraglich ausgeschlossen ist, zugleich die Hausübergabe durch “schlüssiges Verhalten” explizit benannt wird, ist hier Vorsicht angesagt – auch wenn der Bauleiter mündlich sein OK dazu gibt.

Wir sind also noch immer nicht unabhängig von HS-Solid, aber wir fühlen uns schon mal ein wenig mehr Herr im eigenen Heim. Ich berichte, wie es weiter geht.

Blower-Door-Test

Blower-Door-Test (Bild)Heute war der VQC da, um den Blower-Door-Test durchzuführen, ein Verfahren, um die Dichtheit eines Hauses zu ermitteln. Der Blower-Door-Test ist bei KfW-Mitteln für Energie-Effizientes Bauen Vorschrift. Wir bauen ein KfW-70-Haus.

Um es kurz zu machen: Unser Haus hat den Test NICHT BESTANDEN!

Es existieren also grobe Mängel in der Abdichtung. Die Luftströme an den Fallrohrschächten im Hauswirtschaftsraum waren sogar mit der bloßen Hand zu spüren. Das ist ein sehr beunruhigendes Ergebnis.

Am Freitag sollte eigentlich Hausabnahme sein. Ein wenig hatte ich eh schon Bedenken, da weder Solarthermische Anlage, noch Warmwasserspeicher angeschlossen sind. Es gibt auch noch kein Waschbecken, keine Kloschüssel, nichts. Ein Anruf bei der zuständigen Sanitärfirma Tauchert am Montag brachte das Ergebnis, dass diese nicht über den Abnahmetermin informiert wurden. So spontan könne man die Mitarbeiter dazu nicht bereitstellen. Es stellt sich also die Frage, weiß HS-Solid über den tatsächlichen Baufortschritt überhaupt Bescheid? Oder wollte man etwa eine Abnahme machen – EGAL wie der Baufortschritt ist???

Nach dem Blower-Door-Test schrieb ich Bauleiter S., er möge mir sagen, inwieweit die Hausübergabe am Freitag in Anbetracht der zu behebenden Dichtigkeitsprobleme zu schaffen sei bzw. wann die Übergabe dann geplant sei. Er antwortete mir daraufhin, der Übergabetermin sei “wunschgemäß” auf Mittwoch den 23.10. verlegt worden. – Momentmal! “Wunschgemäß”? Ich habe mit nicht einem Wort geschrieben, dass ich einen anderen Termin haben möchte! Mein Wunsch ist ein mängelfreies Haus bei Übergabe! Und mein Wunsch ist die Einhaltung der Bauzeit, welche von HS-Solid / Town & Country großspurig als Bauzeitgarantie verkauft wird, aber schon längst nicht mehr eingehalten wird. Die Formulierung “wunschgemäß” heißt für mich, dass wieder einmal versucht wird, mir die Schuld für die Bauzeitverzögerung unterzujubeln. Als ob ich Schuld an einem nicht bestandenen Blower-Door-Test hätte!

Mein Wunsch ist auch die Fertigstellung von Dämmung und Außenputz vor dem ersten Kälteeinbruch. Ich bin gespannt, ob das noch hinhaut. Immerhin hat Fa. Pulvermacher bereits den Beginn der Arbeiten für diese Woche in Aussicht gestellt. Noch ist nichts zu sehen.

Ein Treffen mit dem Bauleiter

Heute habe ich mich mit Bauleiter S. auf der Baustelle getroffen. Ich hatte ihn um einen Termin dort gebeten, was er auch prompt einrichten konnte. Das Treffen war gut und entspannt. Er nahm sich viel Zeit und wir konnten eine Menge Fragen miteinander klären.

Unter anderem ging es um die Gipskarton-Beplankung im Badezimmer. Mir war an einer Fehlbohrung des Elektrikers aufgefallen, dass an einer Stelle nicht doppelt grün beplankt wurde, sondern die darunter liegende Schicht weiß war:Gipskarton im Bad (Bild)Unser Baubetreuer war der Ansicht, dass im Bad standardmäßig doppellagig grün beplankt werden müsse. Bauleiter S. war sich nicht sicher, meinte aber, es gebe seiner Erinnerung nach eine Vereinbarung von HS-Solid mit dem Trockenbauer, dass doppelt grün beplankt werde. Er kümmere sich drum. [Edit 28.9.2013: Trockenbauer hat die Wand inzwischen neu aufgebaut]

Außerdem hatte ich beim Blick durch das Steckdosenloch in die Verkofferung eine ausgerissene Tacker-Stelle gefunden. In der Dampfsperre befand sich also ein Loch von ca. 2-3 x 5mm. Das bestärkte mich in meinem Misstrauen dem Trockenbauer gegenüber, dass dieser die von uns angezeigten Löcher in der Dampfsperre im Drempelbereich nicht ordnungsgemäß verklebt hatte, sondern einfach seine Gipskartonplatten überall drüber gehauen hatte. Bauleiter S. meinte dazu, wir sollten den Blower-Door-Test abwarten, bevor wir entscheiden, den ganzen Gipskarton am Drempel wieder rauszureißen. Wenn wir das jetzt veranlassen und nichts gefunden wird, müssen wir die Kosten dafür tragen. – Nun, ich finde ja, es wäre Sache des Bauleiters gewesen, bei einer Mangelanzeige dem Gewerk das Weiterarbeiten zu untersagen, bis er die Mängelbehebung gesichtet und abgenommen hat. Aber da heute ein Tag der Versöhnung sein sollte, bin ich da nicht drauf rumgeritten. Außerdem fiel mir dann beim Ausleuchten der Verkofferung auf, dass an anderer Stelle ein Stück Klebeband pappte. Es wurden also scheinbar doch Löcher überklebt.

Ansonsten waren ja die Dachdecker auf Veranlassung durch den Bauleiter am Montag da und haben die Unterspannbahn mit Klebeband fixiert. Wir haben uns das heute auch noch einmal gemeinsam angesehen. Ich denke, es ist in Ordnung, zumal die USB auch unterhalb der Dachziegel nachgebessert wurde.Unterspannbahn geklebt (Bild)

Und habe ich eigentlich schon geschrieben, dass wir seit 1,5 Wochen einen Estrich-Boden haben?Estrich EG (Bild)Estrich OG (Bild)
Bei unserem Hinterlieger, der mit einer anderen Baufirma baut, wurde übrigens heute die Bodenplatte wieder komplett rausgerissen. Sie war gerade eine Woche alt. Doch leider war sie 16cm zu hoch angelegt und auch die Leerrohre lagen schief und krumm. Und eine Trennung von Mutterboden und Sand, wie bei uns geschehen, habe ich dort auch nicht erkennen können. So ein Chaos haben wir mit HS-Solid glücklicherweise nicht erlebt. Woran HS-Solid vor allem arbeiten müsste ist das Thema Kommunikation. Heute war ein Tag mit viel Kommunikation – und schon bin ich wieder viel versöhnlicher gestimmt.

PS: Wir begrüßen heute den 4000. Besucher (seit Einrichtung des Besucherzählers)!

“Keine Zeit für Kompromisse” – wie HS-Solid “kostenlos” 500€ einbehält.

Ich hatte mich im vorletzten Beitrag schon über dieses Thema aufgeregt. Da es noch ein Nachspiel hatte, möchte ich detaillierter diese Begebenheit schildern.

Am Sonntag, 25.8., schrieb ich HS-Solid, ob es möglich ist, unsere Türbestellung Standard-Buche auf Standard-Weiß zu ändern. Wir haben noch ca. 8 Wochen bis zur Fertigstellung. HS-Solid muss ab 6.10. Vertragsstrafe wegen Nicht-Einhaltung der Bauzeit zahlen (50€/Werktag). Gestern, 28.8., wurde der Estrich gegossen.

Am Montag rief eine Frau B., “Projektplanerin” von HS-Solid, an. Sie habe mit dem Hersteller telefoniert und die “gute Nachricht” sei, dass eine Umbestellung möglich ist und “sogar kostenlos”! Allerdings würde sich dadurch eine Bauzeitverlängerung von zwei Wochen ergeben (also 500€ Vertragsstrafe, die wir verlieren würden).

Am Dienstag rief ich beim Türenhersteller UDIPAN an und fragte, wie lange es dauert, bis diese Türen lieferbar sind. Mir wurde gesagt, wenn sie diese Woche bestellt werden, seien sie im Laufe der nächsten Woche lieferbar!

Ich schrieb Frau B. eine Email, dass ich die Bauzeitverzögerung aufgrund dieser Aussage nicht nachvollziehen kann und daher nicht mit der Bauzeitverlängerung einverstanden bin.

In ihrer Antwort-Mail schrieb sie, die Verlängerung sei für die “Koordinierung interner Bauabläufe” notwendig. Außerdem sei UDIPAN nicht MEIN Vertragspartner. (Sie war wohl sauer, dass ich dort angerufen habe?)

Da mir nicht klar war, wieso eine andere Türfarbe zwei Wochen Bauablauf-Koordinierung nach sich zieht, rief ich Mittwoch vormittag Frau B. an, die jedoch “im Gespräch” war. Am Nachmittag erfolgte der Rückruf.

Ich wollte natürlich wissen, wie sich zwei Wochen Mehrarbeit ergeben. Woraufhin sie mir sagte, dass sie mir gegenüber nicht über die internen Abläufe Rechenschaft schuldig sei. Nun, ich fand, bei 500€ könnte man sich ja vielleicht doch die Mühe machen, mich ein bisschen aufzuklären.

Frau B. erklärte dann, wie umfangreich die Umbestellung sei. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss sie die Bestellung erneut aufgeben, dann kommt sie zurück und sie muss sie gegenzeichnen und wieder hinschicken. Ob sie damit zwei Wochen beschäftigt sei? Darauf bekam ich zu hören, dass ich bei der Bemusterung alles unterschrieben habe und HS-Solid deshalb sowieso zu nichts verpflichtet sei.

Ich hatte trotzdem noch nicht verstanden, wieso die Farbe Weiß zwei Wochen Bauzeitverzögerung verursacht. Frau B. erklärte mir dann den Unterschied zwischen “lieferbar” und “Lieferung”. – Häh? Ich denke, die Firma UDIPAN baut die Türen selbst ein? Da wären die doch doof, wenn sie die Türen nicht gleich mitnehmen? Frau B. erklärte mir, dass UDIPAN Fremdunternehmen für die Lieferung einbinde und diese gewisse Vorlaufzeiten hätten. – Ja, aber…Moment mal! Die Buchentüren hätten doch auch geliefert werden müssen? Und hatten Sie mir nicht noch mitgeteilt, es läge an der internen Bauablauf-Koordinierung? Also liegt es jetzt doch an der Lieferbarkeit… äh… Lieferung? [Edit 3.10.2013: Der Monteur von UDIPAN kam mit dem firmeneigenen Kleinlaster und brachte die Türen selbst mit.]

Außerdem konfrontierte ich sie damit, dass Bauleiter S. letzte Woche schon von 8 Wochen bis zur Übergabe sprach, die Bauzeitverlängerung also schon längst auf HS-Solid zurückgeht und nicht auf meinen Türenwunsch. Frau B. sagte, das sei etwas ganz anderes und es seien schon wir, die mit unseren Türen eine Verzögerung auslösen. – Achso… wie ist eigentlich egal, aber in jedem Fall: wir sind schuld! Verstanden.

Am Ende sagte Frau B. noch, das sei intern so abgesprochen und entweder ich nehme die Bauzeitverlängerung in Kauf oder ich kriege Buchentüren. Nun, damit hatte sie wohl gesagt, worum es wirklich geht: es ist intern so abgesprochen. Danke, HS-Solid, danke!

Trotzdem schrieb ich am nächsten Tag noch einmal eine Email, dass ich mit einer Woche Bauzeitverlängerung einverstanden bin (obwohl ich mich schon wie der Affe vom Dienst fühlte).

Daraufhin kam eine Mail von Bauleiter Herrn S.: Ich solle mich für oder gegen Umbestellung und Bauzeitverlängerung entscheiden und es gebe keine Verhandlungsbasis. HS-Solid habe “keine Zeit für Kompromisse”. Sie seien “kein karitatives Unternehmen”. – Wow! Was für eine Aussage!

Ich habe zähneknirschend diesem freundlichen Angebot zugestimmt. Aber ich fühle mich erpresst und verarscht. Mir eine Bauzeitverlängerung noch als “kostenlos” und “gute Nachricht” zu verkaufen, keine Verhandlungsbereitschaft zeigen und es noch nicht mal plausibel argumentieren können!

Hinzu kommt, dass ich gestern abend und heute morgen Bauleiter S. eine Mail geschickt habe mit Fotos von der Unterspannbahn im Giebel-Bereich, die aus meiner Sicht nicht ordentlich verlegt wurde. Darauf hat er noch nicht reagiert (Bauzeitverlängerung war wohl wichtiger). Ich bin gespannt, ob und wie er antwortet. Da auf bisherige Mängelanzeigen nicht bzw. nicht adäquat geantwortet wurde (eine Dokumentation der Mangelbehebung sei nicht Vertragsgegenstand), rechne ich mit nichts Gutem. [Edit 6.9.2013: Ich muss das richtigstellen: Bauleiter S. hat sofort den Dachdecker informiert, was ich jedoch erst durch den Anruf des Dachdeckers mitbekam, der versprach, am Montag vorbei zu gucken.]

Heute mittag kam erneut eine Rechnung von HS-Solid über 30.000€. Damit sind sie immer schnell.Unterspannbahn 1 (Bild)Die USB wurde nicht an der obersten Lattung befestigt:Unterspannbahn 2 (Bild)Unterspannbahn 3 (Bild)

Fenster, Elektro, Sanitär, Trockenbau… HS-Solid läuft warm!

Wenn in einem Baublog lange nichts zu lesen ist, dann heißt das wohl, dass viel passiert! Bei uns ist das so. Ich komme kaum hinterher mit dem Bloggen.

Wir haben Fenster bekommen:
Fenster Wohnzimmer Bodensee 129 (Bild)Und für die Haustür sogar Klarglas, obwohl Frau P. in der Bemusterung nicht sagen konnte, ob das geht:Haustür Bodensee 129 (Bild)Der Trockenbauer ist rege am Arbeiten und Sanitär und Elektro ebenfalls:Diele OG Dampfsperre Trockenbau Bodensee 129 (Bild)Trockenbau Gästezimmer  Bodensee 129Gäste-WC Installation Sanitär (Bild)Leider musste ich eine erste Mängelliste an unseren Bauleiter schicken. So gefiel uns u.a. nicht, dass im Bad die erste Lage Gipskarton nicht verfugt wurde:Verfugung Gipskarton (Bild)Der Trockenbauer meinte, darauf angesprochen: “Wir haben ordentlich verfugt, sieht man nur nicht”. Bauleiter S. meinte, es gebe einen Unterschied zwischen ‘Stand der Technik’ und ‘Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers’. In unserem Vertrag stehe ‘Stand der Technik’, eine Verfugung der ersten Gipskartonlage sei somit nicht vorgesehen. Achso. Stand der Technik heißt bei HS-Solid also “weniger als der Hersteller empfiehlt”. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Fragt sich nur, warum der Trockenbauer dann noch beteuert, er hätte die 1. Lage doch verfugt?

Auch die Dämmung im Dach gefiel uns nicht:Dachboden Dämmung (Bild)Die Dämmung war schlampig verlegt und zum Teil auch noch mit Löchern und Fugen:Löcher in Dachboden-Dämmung (Bild)Leider habe ich die Dämmung der Dachschrägen nicht gesehen. Ich hoffe, diese wurde sorgfältiger verlegt! Die Arbeitsprobe auf dem Spitzboden läßt nichts Gutes hoffen.
Dann missfiel uns noch, dass in der Dampfsperre ringsrum am Drempel haufenweise Löcher zu finden waren:Löcher in Dampfsperre (Bild)
Und dann gab es da noch ein scharfes Profil mit Tuchfühlung zur Dampfsperre:Profil Dampfsperre (Bild)
Ein wenig enttäuscht war ich, dass der Gipskarton im OG außer im Bad einlagig verbaut wird. Das wird sehr hellhörig. Bei 10cm Wandstärke könnte man mehr erwarten. Aber das ist wohl auch “Stand der Technik”.

Nebenbei nehmen unsere Eigenleistungen allmählich zu. Am Wochenende haben wir bei ca. 34°C je einen Graben für Trinkwasser und einen für Abwasser gebuddelt. Beide gingen bis auf 1,50m Tiefe bei einer Länge von 2m bzw. 3m. Trinkwasser Graben Eigenleistung (Bild)Zwei Tage später fühle ich mich endlich wieder Mensch. Ein Mini-Bagger wäre schneller und bequemer. Wir hatten nur den hier:Mini-Bagger (Bild)