Wir

Sind wir eigentlich verrückt? (Ja.)
Es begann mit einem Zimmer zu wenig. Zwei Erwachsene, zwei Kinder, drei Zimmer und jedes Jahr vier Geburtstage, ein Weihnachten, ein Ostern, drei Kleidergrößen Zuwachs, nächtelanges Online-Shoppen, zentnerweise bemaltes Papier, Stau in Stoßzeiten vor dem Badezimmer… Wir brauchen Platz!

Dann der Berliner Mietmarkt: vier Zimmer, mindestens 100qm, schöne Lage und bitte wieder mit grünem Hinterhof und Sandkasten! In Steglitz-Zehlendorf sprengten wir damit locker die 1000 Euro-Grenze. Zur Miete! Für das Geld können wir auch kaufen und abbezahlen, dachten wir. Und zu unserer Überraschung fing auch der Interhyp-Berater nach Sichtung unserer (eigentlich nicht vorhandenen) Finanzen nicht an zu lachen.

Also Bestandsobjekte angeguckt. Nicht mehr im Südwesten, sondern überall. Inzwischen war Anfang 2012 und wir verbrachten unsere Wochenenden mit Expeditionen in Berlins Randbezirke, von Frohnau bis Rudow, von Karow bis Teltow – wir kennen jetzt alles! Nebenbei rasselte der Leitzins und damit der Immobilienzins weiter in den Keller. Schnell stellte sich raus, dass wir Kassettendecken aus den 70ern nicht mochten und Fragen nach dem Baujahr der Heizung meist nur Stirnrunzeln zur Folge hatte.

Da bauen wir doch lieber selbst… und wieder ging die Suche los. Diesmal nach Grundstücken. Inzwischen wussten wir, wo es noch bezahlbar und nett war in Berlin. Am häufigsten landeten wir auf unserer Suche in Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf. (Das Stirnrunzeln ernteten wir diesmal bei unseren West-Freunden.) Die Grundstücke waren oft klein, dazu kam Maklergebühr, Bauträgerbindung und eine wenig überzeugende Lage. Zwischenzeitlich führten wir mehrere Bauträgergespräche mit wirklich sehr unterschiedlichen Eindrücken. Im Mai 2012 war es soweit: Direkt an den Kaulsdorfer Seen, ohne Makler von Privat, bauträgerfrei, aber mit einem maroden Einfamilienhaus samt Schimmelpilz aus den 30er Jahren. Bis zum Notar sollten noch zwei Monate vergehen mit Bibbern und Bangen, mit Finanzgesprächen und der Suche nach Mitstreitern (1300qm war zu groß und zu teuer für uns alleine), Verhandlungen mit den Eigentümern, Kostenvoranschlägen für den Abbriss, etc.

Unser Bauträger ist nun HS-Solid in Charlottenburg geworden, ein Franchise-Partner von Town and Country. Und wir bauen das Haus “Bodensee”.